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‎„Christlich leben. Mittendrin.“
– Zukunft gestalten im Bistum Essen

„Christlich leben. Mittendrin.“ – so heißt das Programm, das die Weiterentwicklung des Bistums Essen beschreibt. Es fragt, was christlicher Glaube heute bedeutet – für den Einzelnen und für unsere Gesellschaft – und verfolgt das Ziel, als katholische Kirche mit christlichen Werten mittendrin in der Gesellschaft zu sein. Dafür bleibt vieles, was gut ist. Dafür werden aber auch Angebote und Strukturen losgelassen, weiter- oder ganz neu entwickelt, um auf die Herausforderungen der Menschen, der Gesellschaft und des Evangeliums zu reagieren. Im Bistum Essen wollen wir mit vielen kommunalen und kirchlichen Akteuren und Menschen zusammen christliches Leben mittendrin in der Gesellschaft gestalten – als Netzwerk gelebten Glaubens.

Christlich leben in einer säkularen Welt ‎

In den vergangenen Jahren haben haupt- und ehrenamtlich engagierte Menschen im Bistum Essen dafür gesorgt, dass christliches Leben auch unter veränderten Bedingungen an Rhein, Ruhr und Lenne präsent ist. Das war oft herausfordernd, aber es ist viel erreicht worden: Im gesamten Bistum ist das Engagement für eine lebendige, zukunftsfähige Kirche spür- und greifbar. Vielerorts sind neue Orte und Gelegenheiten für Engagement und Glaubensleben entstanden, und nicht zuletzt wurden strukturell-finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um als Kirche weiterhin handlungsfähig zu bleiben.

Und doch ist der Weg der Veränderung nicht abgeschlossen. Denn Christinnen und Christen werden in Deutschland zunehmend zu einer Minderheit; die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche ist alles andere als selbstverständlich. Mehr noch: Immer weniger Menschen stellen heute überhaupt die Frage nach Gott. Diese Frage ist für viele irrelevant geworden. Das heißt: Nicht nur die Kirche, wie wir sie kennen und schätzen, steht auf dem Spiel, sondern der Glaube an Gott als Ganzes. 

Kirche als sichtbare und engagierte Minderheit

Unter der Überschrift „Christlich leben. Mittendrin.“ stellt sich das Bistum Essen dieser Herausforderung. Der christliche Glaube ist nach wie vor eine relevante Ressource für das gelingende Leben Einzelner und das soziale Miteinander in der Gesellschaft. Allerdings erfahren viele Menschen diese Ressource nicht oder nicht mehr, weil ihnen die Strukturen und Angebote fremd sind. „Christlich leben. Mittendrin.“ ist darum mehr als eine Strukturreform; es ist ein Zukunftsprojekt mit klarer Vision: Die Kirche im Bistum Essen bleibt in einer zunehmend säkularen Gesellschaft glaubwürdig, einladend und präsent – mit vielfältigen Formen für vielfältige Menschen. Das heißt zugleich, dass nicht mehr versucht wird, in allen Pfarreien alle Angebote aufrecht zu erhalten. Kräfte werden gebündelt, Schwerpunktorte entwickelt und Neues wird ausprobiert. „Christlich leben. Mittendrin.“ bedeutet also auch, das Kleiner-Werden nicht nur zu ertragen, sondern aktiv zu gestalten.

Porträt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

‎‎„Es geht darum, in einer überwiegend säkularen Welt den christlichen Glauben als eine Option ‎anzubieten. Das wird nur gelingen, wenn wir auf allen Ebenen zusammenrücken, um unsere Kräfte ‎so effizient wie möglich zu bündeln. In allen Städten und Kreisen unseres Bistums kann auf diese ‎Weise eine katholische Kirche zusammenwachsen, die sich in großer Pluralität und Vielfalt an ‎unterschiedlichen Orten für unterschiedliche Menschen öffnet.“

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck | Wort des Bischofs 1.1.2025

Stadt- und Kreiskirchen in jeder Region

Dazu werden in den nächsten Jahren unterschiedliche katholische Akteure in den Regionen unter dem „Dach“ der katholischen Kirche miteinander verbunden – Pfarreien, Caritasverbände, Schulen und Kinder-Tageseinrichtungen und viele mehr. Sie kooperieren mit kommunalen Akteuren, die Ziele teilen. Auf diese Weise wächst in jeder Stadt und jedem Kreis eine Stadt- oder Kreiskirche, die sich in großer Pluralität und Vielfalt an unterschiedlichen Orten für unterschiedliche Menschen öffnet. Alle Handelnden sind in dem gemeinsamen Ziel verbunden, den christlichen Glauben in der Gesellschaft für möglichst viele Menschen attraktiv und anziehend zu leben und als Option anzubieten. Dabei geht es nicht darum, überall alles anzubieten – sondern gemeinsam Schwerpunkte zu setzen. Was zählt, ist die konkrete Wirkung für die Menschen vor Ort.

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